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Grenzüberschreitendes Austauschtreffen                 am 25.10.2019 in Grevenmacher                                Deutschland – Frankreich – Luxemburg

Am 25. Oktober 2019 fand in Grevenmacher (Luxemburg) ein grenzüberschreitendes Austauschtreffen verschiedener Akteure aus den LEADER-Regionen des deutsch-französisch-luxemburgischen Moseltals statt. Anwesend waren Vertreter aus Politik, Verwaltung, Regionalentwicklung, Tourismus und Weinbau.

 

 

 

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist auch von Anfang an Bestrebung des Vereins „Weltkulturerbe Moseltal e.V.“  In vielen anderen Bereichen wird diese bereits praktiziert. So arbeiten seit fast 10 Jahren die verschiedenen Teilregionen des Moseltals über die LEADER-Gebiete am europäischen Projekt TERROIR MOSELLE zusammen.

 

 

 

Gestützt auf die durchweg positiven Erfahrungen dieser Kooperationsprojekte haben die öffentlichen und privaten Partner weitere Möglichkeiten zur Zusammenarbeit im europäischen Moseltal identifiziert. Dazu zählen die Frage nach der Bewerbung des europäischen Moseltals als UNESCO-Weltkulturerbe oder die Entwicklung des grenzüberschreitenden Radtourismus entlang der Mosel. Die Veranstaltung gab hier die Möglichkeit eines intensiven Austauschs und bildet den Startpunkt künftiger Kooperationen.

 

Unterzeichnung Absichtserklärung

 

Entsprechend der Zielsetzung unterzeichneten die Vertreter der LEADER Regionen (Miselerland, Terres de Lorraine, Mosel, Moselfranken, Land zum Leben Merzig-Wadern, Pays d'Epinal) und der Vorsitzende des Vereins „Weltkulturerbe Moseltal e.V.“ sowie der Vorsitzende der Regionalinitiative Mosel eine Absichtserklärung zur Intensivierung der Zusammenarbeit. Im weiteren Verlauf des Austauschtreffens wurden mögliche Themengebiete und Projektideen für die Zukunft in Fachvorträgen vorgestellt und diskutiert.

 

 

 

UNESCO-Welterbe für das Moseltal?

 

Der erste große Themenblock widmete sich der Bewerbung des Moseltals um den Status UNESCO-Welterbe. Hierzu zeigte Claudia Schwarz, Vorsitzende UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V., die Chancen und Potenziale einer solchen Bewerbung und Auszeichnung auf. Im Anschluss stellte Manfred Schnur, Vorsitzender Verein „Weltkulturerbe Moseltal e.V.“, den aktuellen Stand der Vorarbeiten von Vereinsseite und die zukünftigen Herausforderungen bei einer möglichen Bewerbung dar. Geplant ist die Erstellung einer Grundlagenstudie um zu klären ob eine realistische Chance für das Moseltal besteht als UNESCO Weltkulturerbe anerkannt zu werden, welche alternativen Formate es zu einem Welterbe-Nominierungsverfahren gibt, auf welche Handlungskorridore man sich konzentriert und wie ein Mehrwert für das Moseltal entstehen kann. Aufbauend auf diesen Fragen stellten Peggy Dangelser (Geschäftsführerin GAL LEADER Terres des Lorraine) und Thomas Wallrich (Geschäftsführer GAL LEADER Miselerland) anschließend die Idee eines Kooperationsprojekts mehrerer LEADER Regionen im Moseltal vor, in dem auch die Grundlagenstudie verankert werden soll.

 

 

 

Radtourismus im Europäischen Moseltal

Ein zweites großes Themengebiet war der Radtourismus im europäischen Moseltal. Stephan Grapetin vom Beratungsunternehmen absolutGPS lieferte mit seinem Vortrag „Qualität und Perspektiven im Radtourismus“ einen schönen Impuls von außen. Im Anschluss wurden der deutsche Moselradweg von Perl bis Koblenz inklusive der neuen Lauschpunkte, die Veloroute V50 auf französischer Seite und das Fahrrad-Verleihsystem „Rent a Bike Miselerland“ vorgestellt und Kooperationsmöglichkeiten diskutiert.

„Stimmen und Stimmungen entlang der Mosel“ Gelungene Konferenz am 30.4.2019 in Cochem

 

Das Abschlusspodium unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Zöpel (3. v.l.) mit Winzerin Angelina Franzen, Kulturanthropologin Christin Theisen, Winzer Theo Haart, Carsten Neß vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum, Jörn Schultheiß von der Hochschule Geisenheim und Architekt Dr. Karl August Heise vom RVDL-Regionalverband Trier.

 

© Karl Peter Wiemer / RVDL

 

 

Cochem/Köln. Mehr als 100 Gäste sind am 30. April 2019 der Einladung des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz und des Vereins Weltkulturerbe Moseltal gefolgt, sich mit „Stimmen und Stimmungen entlang der Mosel“ zu beschäftigen und aktives Netzwerken für die Weinkulturlandschaft zu betreiben. Im gut gefüllten Kulturzentrum Kapuzinerkloster Cochem fand ein facettenreiches Programm aus Fachvorträgen, Publikumsdiskussion und Abschlusspodium statt, bei dem die Weinkulturlandschaft und die Winzer im Mittelpunkt standen.

 

Im Ergebnis bestand Einigkeit über die herausragenden kulturlandschaftlichen Werte der Moselregion, die in einzigartiger Weise von historischen Ortschaften, Burgen und Weinbau, insbesondere in Steillagen, geprägt ist. Einigkeit herrschte jedoch auch über die zahlreichen Herausforderungen, darunter für die Winzer, den Tourismus und die Infrastruktur. Der regelmäßige Austausch von best-practice-Beispielen, eine dauerhafte Arbeitsgruppe und ein Masterplan könnten dazu beitragen, die Kulturlandschaft Moseltal landschafts- und denkmalverträglich zu erhalten und zu gestalten, Weinwirtschaft und Tourismus zu stärken und letztlich den Prozess der Anerkennung als Welterbe zu unterstützen. Dafür sind handfeste Probleme wie Infrastruktur und Betriebsnachfolge ebenso zu lösen wie es gilt, eine breite Wertschätzung und gemeinsame Moselidentität, auch grenzübergreifend, zu festigen.

 

Der Vorsitzende des Rheinischen Vereins, Prof. Dr. Christoph Zöpel, die Staatssekretärin Heike Raab und der Zweite Vorsitzende des Vereins Weltkulturerbe Moseltal, Rolf Haxel, begrüßten ein gut gemischtes Publikum. Viele Akteure waren vertreten, die in unterschiedlicher Weise mit dem Moseltal zu tun haben. So waren zahlreiche politische Repräsentanten der Verbands- und Ortsgemeinden entlang der Mosel ebenso zu Gast wie Mitarbeitende aus der Verwaltung, Winzerinnen und Winzer, verschiedene Verbände wie der Weinbauverband, die Industrie- und Handelskammer, Heimat- und Geschichtsvereine und zahlreiche denkmal- und landschaftsfachlich interessierte und engagierte Bürgerinnen und Bürger.

 

Die Kulturanthropologin Christin Theisen aus Sankt Aldegund stellte ihre Studie „Stimmen und Stimmungen entlang der Mosel“ vor, die sie im Auftrag des Rheinischen Vereins erarbeitet und dafür zahlreiche Interviews, v.a. mit Winzern, geführt hat. Sie sieht die Winzer im Spannungsfeld verschiedener Rollen als Landschaftsgestalter und -erhalter, zudem unter wirtschaftlichem und bürokratischem Druck.

 

Die Bedeutung regionaler und lokaler Identifizierung für das Engagement der Menschen hob der Vorsitzende des Regionalverbands Cochem-Zell im Rheinischen Verein, Gerhard Schommers, in seinem Beitrag hervor. Mundart als Heimat und Mehrsprachigkeit als Chance waren seine zentralen Themen.

 

 

 

Hintergrund:

 

Denkmalpflege und der Schutz von Kulturlandschaften sind die beiden Hauptthemen des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz. Er wurde 1906 gegründet und war in der Provinzialverwaltung der damaligen Preußischen Rheinprovinz verortet. Bis heute ist er in diesem Gebiet zwischen Niederrhein und Saarland tätig, vernetzt und fördert bürgergesellschaftliches Engagement und arbeitet mit den kommunalen und staatlichen Stellen zusammen. Rund 3.500 Mitglieder, darunter zahlreiche institutionelle Mitglieder, bilden die Grundlage für die Vereinsarbeit. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) fördert den Rheinischen Verein und stellt insbesondere die Geschäftsstelle zur Verfügung. Die 15 Regionalverbände und 5 Arbeitsgruppen des Vereins veranstalten Führungen, Vorträge und Tagungen und geben Stellungnahmen sowie Kommentare zu aktuellen Themen ab. Die Publikationsreihe „Rheinische Kunststätten“ und die Vereinszeitschrift „Rheinische Heimatpflege“ erreichen eine breite Öffentlichkeit. Den Prozess der Einschreibung des Oberen Mittelrheintals in die Welterbeliste hat der Rheinische Verein mit seiner Mittelrheinkonferenz und der Rheintal-Charta von 1997 aktiv unterstützt.

 

 

 

Der Verein Weltkulturerbe Moseltal wurde 2014 gegründet. Unter seinen rund 60 Mitgliedern sind u.a. Landkreise, Verbandsgemeinden, Ortsgemeinden und Einzelpersonen entlang der Mosel. Der Verein hat sich die Anerkennung der Moselregion als Weltkulturerbe zum Ziel gesetzt, will die regionale historische und kulturelle Identität im Moseltal stärken und betreibt Bildungs-, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit.

 


Kontakt: Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Ottoplatz 2, 50679 Köln, Tel. 0221 809 2804, E-Mail: sekretariat@rheinischer-verein.de

 

 

 

© Rheinischer Verein für Landschaftspflege und Denkmalschutz, Köln, 2019

 


Logo "Weltkulturerbe Moseltal e.V."

In Zusammenarbeit mit der Hochschule Trier, Fachbereich Kommunikationsdesign und unter der Leitung von Frau Prof. Anita Burgard entstand im Frühjahr 2016 die Idee eines studentischen Wettbewerbs zur Entwicklung eines eigenen Logos für den Verein "Weltkulturerbe Moseltal". Die Ergebnisse der sechs teilnehmenden Studenten waren so vielseitig wie das Moseltal selbst.

 

In einem heiß diskutierten Entscheidungsprozess wurde schließlich der Entwurf von Frau Carina Schneider aus Mehring ausgewählt.

 

Die Bildmarke stellt eine dreigeteilte, starke Säule dar. Das oberste Quadrat steht für Kultur, das zweite für die Weinkulturlandschaft und das dritte für die Mosel. Diese wichtigen Eigenschaften wurden abstrahiert und anhand grafischer Symbole dargestellt. Signifikantes Merkmal für Kultur ist die Römische Villa. Auf dem mittleren Quadrat erkennt man die Vielfältigkeit der unterschiedlichen Weinlagen. Die Weinkulturlandschaft ist ein weiterer, wichtiger Aspekt des Moseltales. Das untere Symbol zeigt die Mosel. Das Wasser steht für Leben und ist somit ein drittes, wichtiges Element.

Bei den Farben habe ich mich als Erste für ein Terrakotta entschieden, denn mit diesem natürlich- warmen, erdig bis rötlichen Farbton assoziiert man Historie und stellt somit eine Verbindung zur Kultur her. Die Zweite Farbe ist Grün, als signifikante Farbe für die dramatische Weinkulturlandschaft. Das dunkle Blau ist typisch für die Mosel und das Wasser und symbolisiert Vertrauen. 

Konstituierende Sitzung Arbeitskreis 07.06.2016

Am 07.06.2016 fand die konstituierende Sitzung des Arbeitskreises „Weltkulturerbe Moseltal e.V.“ im Dachmarkenbetrieb Weingut Michael Trossen in Kröv statt.

 

Für den Einstieg in die Thematik wurde das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur eingeladen. Es ist zuständig für alle Welterbestätten und Welterbe-Interessenten in Rheinland-Pfalz. Der Impulsvortrag von Frau Dr. Hahn und Frau Dr. Stockhammer beschäftigte sich mit dem Antragsverfahren und den dazugehörigen Zeithorizonten. Außerdem wurde der aktuelle Stand der Tentativliste sowie Bewerbern aus Rheinland-Pfalz erläutert und die ersten Handlungspakete für den Arbeitskreis genauer definiert.

 

In einem ersten Schritt muss die Identifikation des „Outstanding Universal Value“ erfolgen. Im Anschluss kann geprüft werden, welcher Teil der Mosel für das „Outstanding Universal Value“ steht und dadurch das Antragsgebiet definiert werden.

 

In Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur wurde ein Handlungspapier für die Arbeit im Arbeitskreis ausgearbeitet.

Zeitungsartikel

Die Vereinsgründung stieß auf großes Medieninteresse. Eine Auswahl möchten wir Ihnen hier vorstellen. Zum Vergrößern bitte auf den jeweiligen Artikel klicken.

Gründungsversammlung 19.05.2014

Kann sich das Moseltal eines Tages mit der Auszeichnung „UNESCO-Weltkulturerbe“ schmücken? Bereits seit vielen Jahren werden die Möglichkeiten um eine Anerkennung in den Reihen kommunaler politischer Akteure als auch in gesellschaftlichen Gruppierungen wie der Weinbruderschaft Mosel-Saar-Ruwer diskutiert. Um einen ersten Schritt in Richtung Welterbe zu unternehmen, wurde am 19. Mai 2014 der Verein „Weltkulturerbe Moseltal e. V.“ in Cochem aus der Taufe gehoben.

 

Ob zu gegebener Zeit ein Antrag zur Anerkennung gestellt wird und dieser dann letztendlich auch zum begehrten Titel führt, kann zum heutigen Tag noch nicht beantwortet werden. Wie bereits aus den Bemühungen vergangener Jahre deutlich wird, ist daher mit einer kurz- bis mittelfristigen Aufnahme des Moseltals in die Welterbe-Liste nicht zu rechnen. Die lange Zeitschiene, die bis zu einer möglichen Antragsstellung bleibt, bietet jedoch die Möglichkeit, das Thema in allen Facetten zu beleuchten.